Stolpersteine in Kiel

Zehn neue Steine am 5. März
In Kiel gibt es bisher 205 Stolpersteine. Am 5. März 2015 werden zehn neue Steine für jüdische Opfer hinzukommen. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Schleswig-Holstein e.V. und die Landeshauptstadt Kiel laden alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, die feierliche Verlegung der Steine zu begleiten.
Schülerinnen und Schüler haben den Lebens- und Leidensweg der Opfer recherchiert, sie werden ihre Ergebnisse während der Verlegung der Steine vortragen. Dieses Mal beteiligen sich Schülerinnen und Schüler der Gymnasiums Wellingdorf, der Max-Planck-Schule und des Landesförderzentrums körperliche und motorische Entwicklung.
Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer des Nazi-Regimes, indem er vor dem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenksteine aus Messing in den Gehweg einlässt, auf denen die Namen und die wichtigsten Lebensdaten der Opfer stehen. Demnig hat seit 1997 bereits mehr als 51.000 Stolpersteine in über 1.000 Städten in Deutschland und 17 Ländern Europas verlegt.
Die Namen, die Zeiten, die Orte
Um 9 Uhr in der Holtenauer Straße 15 beginnt die Verlegung. Hier lebte der AnwaltJoseph Daltrop. Er wurde am 27. Januar 1942 im Gefängnis ermordet.
(Zur Biografie recherchierte das Gymnasium Wellingdorf.)

Um 9.30 Uhr werden in der Schillerstraße 1 drei Stolpersteine für die Familie Hurtigverlegt. Die Eltern kamen im Ghetto Theresienstadt um, während ihr Sohn in Auschwitz ermordet wurde.
(Gymnasium Wellingdorf)

Gegen 10 Uhr wird im Sophienblatt 11 an die Witwe Pauline Feldmann erinnert, die in Theresienstadt ums Leben kam.
(Gymnasium Wellingdorf)

Um 10.30 Uhr erhält in der Eggerstedtstraße 1 der Sänger Albrecht Marienfeld einen Stolperstein. Er wurde nach Stationen in Belgien und Frankreich nach Auschwitz deportiert, wo er angeblich an Herzmuskeldegeneration starb.
(Landesförderzentrum für körperliche und motorische Entwicklung)

Um 11 Uhr wird in der Feldstraße 6 an Lina Friedmann erinnert. Sie wurde am 4. Dezember 1941 zusammen mit 40 anderen Juden im Kieler Rathausbunker festgesetzt und zwei Tage später über Hamburg nach Riga deportiert, wo sie ums Leben kam.
(Gymnasium Wellingdorf)

Um 11.30 Uhr erhält im Breiten Weg 4-6 Josef Ehrlich einen Stolperstein. Er war Direktor des Theaters und Inhaber des Restaurants „Kaiserkrone“, bis er 1935 enteignet wurde. Auch er gehörte zu den Juden, die im Rathaus festgehalten und nach Riga deportiert wurden. Dort kam er am 5. Januar 1942 zu Tode.
(Gymnasium Wellingdorf)

Um 12 Uhr und 12.30 Uhr wird an das Schicksal zweier Wissenschaftlerinnen der Kieler Universität erinnert: Dr. Klara Stier-Somlo, Bartelsallee 4, arbeitete in der Universitätsbibliothek. 1933 wurde sie wegen „nicht-arischer Abstammung“ entlassen. Sie emigrierte nach Prag, wurde aber 1942 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert. 1945 erklärte man sie für tot.
(Max-Planck-Schule)

Dr. Aenne Liebreich, Niemannsweg 133, war am Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel beschäftigt. Auch sie wurde 1933 entlassen. Nach ihrer Emigration nach Paris lebte sie zunächst von Stipendien. Als diese abliefen und Aenne Liebreich trotz aller Bemühungen keine Anstellung fand, nahm sie sich am 22. Juni 1939 das Leben.
(Gymnasium Wellingdorf)
An den ersten drei Verlegungen wird Stadtpräsident Hans-Werner Tovar teilnehmen, an den beiden letzten Verlegungen Prof. Dr. Anja Pistor-Hatam, Vizepräsidentin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

„Krieg in der Ukraine – Militarisierung Osteuropas“ Stehen die Zeichen auf Konfrontation oder auf Frieden?

Der Krieg in der Ukraine wird zum Anlass genommen in Osteuropa mas­siv aufzurüsten und NATO Präsens zu zeigen.

Manöver mit Marschflugkörpern bestückten Kriegsschiffe kreuzen im Schwarzen Meer. In Polen und Rumänien werden Raketenabwehrsyste­me als Teile eines globalen Netzes stationiert.

Eine 5.000 bis 7.000 Mann starke Truppe der NATO Response Force (NRF) wird in Münster aufgebaut. Die Bundeswehr ist dabei führend.

Die osteuropäische Region droht destabilisiert zu werden, wenn die Sanktionen und die militärische Drohkulisse gegenüber Russland so wei­ter geht.

Es heißt Russland bedrohe die ost- europäischen Länder. Oder stört Russ­land bei der Machtausdehnung der USA und der EU?

Hat das Minsker Abkommen vom 12.2.2015 die Kriegsgefahr gebannt?

Welche Gegenkräfte bzw. Möglichkeiten gibt es um den Frieden zu si­chern?
Darüber wollen wir nach einem Kurzreferat diskutieren.

 

Antifaschistischer Widerstand – gestern und heute – Die Gingolds

Im Schicksal von Etti und Peter Gingold konzentriert sich deutsche und europäische Geschichte wie in einem Brennglas. Von den Nazis aus rassistischen und politischen Gründen verfolgt, lernten sie sich im Exil in Paris kennen. Beide hatten sich der deutschen antifaschistischen Jugendbewegung in Frankreich angeschlossen. Nach der Besetzung Frankreichs kämpften sie innerhalb einer besonderen Abteilung aus deutschsprachigen Antifaschisten in den Reihen der Résistance gegen Faschismus und Krieg. Die Teilnahme am siegreichen Aufstand zur Befreiung von Paris hatte ihr Leben entscheidend geprägt.
Nach dem Krieg gehörten die Gingolds zu der kleinen Zahl Juden, die nach Deutschland zurückkehrten, um mitzuhelfen, ein neues Deutschland aufzubauen. Sie setzten sich für die vollständige Entmachtung von Faschismus und Militarismus, für demokratische Grundrechte, gegen die Wiederaufrüstung und die Stationierung von Atomwaffen in der Bundesrepublik ein. Als Kommunisten waren sie besonders nach dem KPD-Verbot von 1956 zahlreichen politischen Repressionen ausgesetzt. Jahrelang wurde ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert und Tochter Silvia bekam Berufsverbot. Ihr Handeln war Beweis dafür, dass Antikommunismus in Deutschland kein Mythos ist, sondern ein wesentlicher Bestandteil der politischen Auseinandersetzung und der Kultur. Die Kinder und Enkelkinder setzten die antifaschistische Arbeit fort.
Film, Lesung und Gespräch mit Silvia Gingold und Alice Czyborra
Mittwoch, 11. Februar 2015, 18.00 Uhr, in der Campelle auf dem Hochschulcampus
Eine Veranstaltung der Veranstaltungsreihe „erinnern um zu lernen – gedenken um zu verändern“ im Begleitprogramm der Ausstellung „Was konnten sie tun? – Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939-1945″ vom 12. Januar bis 14. Februar 2015 im Foyer des Audimax auf dem Hochschulcampus in Flensburg.

Neue Anfänge ? –Der Umgang der Evangelischen Kirche mit der NS- Vergangenheit

Zu unserem öffentlichen Gruppenabend am Dienstag, dem 24. Februar um 19.30 Uhr in der AWO- Tagesstätte Rudolf- Breitscheid- Straße 40 begrüßen wir Dr. Stephan Linck, Kiel, zum Thema:
„ Neue Anfänge ? –Der Umgang der Evangelischen Kirche mit der NS- Vergangenheit“.
Stephan Linck ist Historiker und Autor eines 2013 erschienenen, viel beachteten und diskutierten Buches über Verdrängung und Bagatellisierung der NS-Geschichte in Schleswig- Holstein .
Im Anschluss an den Vortrag gibt es Gelegenheit zur Diskussion.

Rundgang zu den Stolpersteinen für die Opfer des Naziregimes

70. Jahrestag der Befreiung der Überlebenden des KZ von Auschwitz – Birkenau durch die
sowjetische Armee am 27. Januar 1945

E I N L A D U N G
zu einem Rundgang zu den Stolpersteinen für die Opfer des Naziregimes

Dienstag, d. 27. Januar um 18.00 Mengstraße 4

am Stolperstein für Erich Mühsam

Der 27. Januar wurde 1996 als Gedenktag für alle Opfer des NS-Regimes proklamiert.
Männer und Frauen des Widerstandes, politische Gegner, Juden, Christen, Sinti und Roma, Kranke, Homosexuelle, Zwangsarbeiter, Zeugen Jehovas, Kriegsgefangene und viele andere wurden in zahlreichen Kz`s von den Nazis ermordet.

Auschwitz-Birkenau in Polen war das größte Vernichtungslager der Nazis.

Für die ermordeten Lübecker Bürgerinnen und Bürger wurden zahlrei­che Stolpersteine verlegt. Mit unserem Rundgang wollen wir dieser Opfer gedenken.

Dazu laden herzlich ein der

DGB – Deutscher Gewerkschaftsbund Stadtverband Lübeck und

VVN-BdA Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes – Bund der Antifaschistìnnen und Antifaschisten Lübeck/Lauenburg

Das ist unsere Stadt – die Kiel Region ist weltoffen!

unter dieser Überschrift ruft die VVN-BdA Kiel gemeinsam mit dem Bündnis zu einer Demonstration am Dienstag, den 27.1.2015 um 18 Uhr auf. Treffpunkt ist auf dem Wilhelmplatz in Kiel.

Wir tolerieren keine Form von Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus!

Auf Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat sich in der Kiel Region am Abend des 14. Januar 2015 das Bündnis „Das ist unsere Stadt – die Kiel Region ist weltoffen!“ gegründet.
Das Bündnis (mit mehr als 50 Organisationen!) hat zu seiner Gründung eine Resolution verabschiedet und eine Demonstration für den 27. Januar 2015 in Kiel verabredet. Die Gründung ist ein Auftakt. Weitere Menschen/ Organisationen/ Institutionen können sich dem Bündnis anschließen. Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des DGB Kern: http://kern.dgb.de/service/formulare/buendnis-unterschriften

Wir wollen mit möglichst vielen Kielerinnen und Kielern und Menschen aus dem Umland für Toleranz und eine weltoffene Kiel Region auf die Straße gehen. Deswegen bitten wir darum, Familie, Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen und Nachbarschaft zu informieren.
Der Aufruf zur Demonstration ist auch auf Facebook eingestellt und kann per Einladung versendet werden: https://www.facebook.com/events/661375307304303/
Auf Twitter unter dem hashtag #kielweltoffen

Im Anhang finden sich der Text der Kieler Resolution:

Resolution Kiel weltoffen

Buntes Licht für ein buntes FlensburgFür ein buntes Flensburg

Unter diesem Motto ruft ein breites Bündnis zu eine Demonstration auf.

Für ein buntes Flensburg

DEMO »Refugees Welcome“

In zahlreichen deutschen Städten gibt es seit Wochen erschreckende Aufmärsche mit klarem ras­sistischem und anti-islamischem Hintergrund, die sich gegen Geflüchtete und MigrantInnen rich­ten.

Aber damit nicht genug: Es gab im Jahr 2014 über 28 Brandanschläge und viele
Sachbeschädigungen gegen Asylunterkünfte, über 34 dokumentierte tätliche Übergriffe oder Kör­perverletzungen gegen Geflüchtete und 235 Demonstrationen gegen die Unterbringung Asylsu­chender. Ungezählt sind die nicht angezeigten Übergriffe und verbalen Attacken, denen
Geflüchtete und MigrantInnen im Alltag vielfach ausgesetzt sind.
Wir erinnern an den rassistisch motivierten Brandanschlag am 18.1.1996 auf die
Flüchtlingsunterkunft in der Lübecker Hafenstraße mit 10Todesopfern.

Dieser Anschlag war damals – wie auch die Anschläge in Solingen, Mölln und anderen Orten, ein­gebettet in ein öffentliches Klima, in dem Teile von Politik und Medien die Angst vor „zu vielen“ schürten.

Wir müssen aus den Fehlern von damals lernen: Einer weiteren Eskalation der Stimmungsmache und des gewalttätigen Rassismus muss jetzt ein Riegel vorgeschoben werden.

Wir werden im Gedenken an den Lübecker Brandanschlag und gegen die rassistischen Aufmär­sche mit vielen Menschen am 17. Januar 2015 auf die Straße gehen!
■ Mit dieser Demonstration in Lübeck wollen wir ganz bewusst Geflüchtete und MigrantInnen will­kommen heißen! Sie sollen sicher sein: sicher vor Übergriffen, sicher vor Rassismus, sicher vor Abschiebung.
■ Mit dieser Demonstration wollen wir gemeinsam zeigen, dass Rassismus in Lübeck keinen Platz hat und wir rassistischer Gewalt und Hetze entgegentreten – egal, ob es sich um den dumpfen Rassismus der Pegida handelt, den alltäglichen gesellschaftlichen Rassismus oder den
strukturellen, der sich weiterhin in der Asyl- und Ausländergesetzgebung materialisiert .
■ Mit dieser Demonstration fordern wir, die europäische und deutsche Flüchtlingspolitik so zu än­dern, dass das tausendfache Sterben im Mittelmeer und an allen europäischen Außengrenzen auf­hört.

Autoren- Lesung von Frank Nonnenmacher aus seinem Buch „DU hattest es besser als ICH“

Gedenkveranstaltung Neumünster

Eine Veranstaltung des Runden Tisches für Toleranz und Demokratie der Stadt Neumünster

Die 999er

Internationaler Holocaust Gedenktag 28.Januar

Verdrängte Geschichte: die 999er

In der Reihe ihrer Gedenkveranstaltungen aus Anlass des Nationalen Gedenktages an Verfolgung und Widerstand unter dem NS-Regime widmen sich der Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit sowie die Gruppe Wedel der VVN- Bund der Antifaschismus der verdrängten Geschichte zu. Thema ist diesmal das „Strafbataillon 999“, das im Oktober 1942 aus so genannten Wehrunwürdigen gebildet wurde, um unter Aufbietung der letzten Reserven die militärische Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg noch verhindern zu helfen.

Zu den 999ern gehörten politische Gegner des NS- Regimes, die schon in Zuchthäusern , in Gestapogefängnissen und Konzentrationslagern gelitten hatten. Nun sollten sie in „Himmelfahrtskommandos“ die Möglichkeit erhalten, ihre  „nationale Ehre“ wiederherzustellen. Viele der 37.000 Zwangsrekrutierten starben.

Zu den rund Überlebenden gehörten zwei Männer, die nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus in Wedel wohnten und wirkten:
Herbert Maywald und Wilhelm Konsorski.

Beide hatten als Kommunisten schon Zuchthäuser und Konzentrationslager kennengelernt . Sie wurden der „Afrika- Brigade“ zugeteilt, die nach der militärischen Niederlage in der Schlacht um Tunesien im März 1943 in Griechenland zur Partisanenbekämpfung eingesetzt wurde. Aber Maywald und Konsorski, die sich nicht kannten, setzten auch bei den 999ern ihre antifaschistische Widerstandsarbeit fort und liefen zum „Feind“ über, der in Wirklichkeit ihr gleichgesinnter Freund war. Später kamen sie mit Hunderten anderer in ein britisches Internierungslager nach Alexandria in Ägypten. Dort gründeten sie eine „Wüstenuniversität“, in der sie sich bildeten und auf ihre Rückkehr in die von den Nazis befreite Heimat vorbereiteten.

Willi Konsorski – „Wiko“ genannt – hat seine Erinnerungen aufgeschrieben, aus denen am 28. Januar vorgelesen wird. Herbert Maywalds Geschichte und die der anderen 999er findet sich in einem Buch der Hamburger Autorin Ursula Suhling, die den Spuren ihres Vaters nachgegangen ist, der zu den 999ern gehörte. „Strafsoldaten“ lautet der Titel, aus dem die Autorin lesen wird.

Anna Haentjens , die als Chansonsängerin auch in Wedel einem größeren Publikum bekannt ist, wird Lieder und Songs von Eisler, Dessau, Schmitz und anderen Komponisten zu Gedichten und Balladen von Brecht, Tucholsky, Kästner, vortragen..

In den Räumen der Stadtbücherei wird am Veranstaltungstag eine Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft ehemaliger 999er in der VVN-BdA in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu sehen sein.

Die Geschichte des Bewährungsbataillons 999 gehört ebenso wie die der Wehrmachtsdeserteure zu den verdrängten Kapiteln der Geschichte von Widerstand und Verfolgung unter dem NS- Regime.

Anna Haentjens (Gesang)
Ulrich Stolpmann (Klavier)
Ursula Suhling (Buchautorin)
Eröffnung: Sabine Lüchau (Vorsitzende der Amschler-Stiftung)

Eintritt: 4 Euro

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