Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft

geschrieben von Thomas Repp

25. Januar 2011

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an alle Opfer des verbrecherischen Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus:

Juden, Gewerkschafter, Kommunisten und Sozialdemokraten, Sinti und Roma, Christen, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteuere, Zwangsarbeiter, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden, viele von ihnen Männer und Frauen des Widerstandes. Im Januar 1996 wurde der 27. Januar als Gedenktag durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt, weil am 27. Januar 1945 die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee befreit wurde. Das KZ Auschwitz steht symbolhaft für Völkermord und Vernichtung durch das Nazi-Regime. Am 1. November 2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar in einer Resolution offiziell zum Internationalen Holocaustgedenktag.

Im Kreis Pinneberg finden mehrere Veranstaltungen statt. Unter dem Menüpunkt TERMINE finden Sie vielleicht auch eine Veranstaltung aus Ihrer Region.

Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“

24. Januar 2011

25.01.2011

Der „Runde Tisch gegen Nazis Kappeln“ lädt ein zur

Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“

Der „Runde Tisch gegen Nazis Kappeln“ hat im Rathaus der Stadt Kappeln vom Dienstag, d. 25. Januar bis zum Freitag, d. 11. Februar 2011 eine Ausstellung zu Gast mit dem Titel: „Neofaschismus in Deutschland“.

Dienstag, 25. Januar 2011, Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14.00 bis 17.30 Uhr. Schulklassen auch nach Vereinbarung.

Rathaus der Stadt Kappeln, Reeperbahn

Die Auftaktveranstaltung/Eröffnung findet statt am Montag, d. 24. Januar um 17 Uhr im Foyer des Rathauses (1.Stock).

NeofaschistInnen sowie Mitglieder von NPD, DVU und Freien Kameradschaften sind von dieser Veranstaltung und von dr Ausstellung nach § 6 VersG. ausgeschlossen.

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Dienstag, 25. Januar 2011, Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14.00 bis 17.30 Uhr. Schulklassen auch nach Vereinbarung. Rathaus der Stadt Kappeln, Reeperbahn Die Auftaktveranstaltung/Eröffnung findet statt am Montag, d. 24. Januar um 17 Uhr im Foyer des Rathauses (1.Stock). NeofaschistInnen sowie Mitglieder von NPD, DVU und Freien Kameradschaften sind von dieser Veranstaltung und von dr Ausstellung nach § 6 VersG. ausgeschlossen.

Einladung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

23. Januar 2011

24.01.2011

Einladung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Festakt mit Kranzniederlegung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Montag, 24. Januar 2011, 11.30 Uhr

Mahnmal am Grenzübergang Harrislee/Padborg

Abendveranstaltung um 19.00 Uhr:

Szenische Lesung „Was macht die Welt, in der wir zu Hause sind?“ – Bürgerhaus Harrislee – Eintritt frei

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Montag, 24. Januar 2011, 11.30 Uhr Mahnmal am Grenzübergang Harrislee/Padborg Abendveranstaltung um 19.00 Uhr: Szenische Lesung „Was macht die Welt, in der wir zu Hause sind?“ – Bürgerhaus Harrislee – Eintritt frei

Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft!

20. Januar 2011

Bedeutet das eine Gefahr für die Demokratie?

21.01.2011

Themenabend

Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft!

Bedeutet das eine Gefahr für die Demokratie?

Die neue Rechtsextremismus-Studie der Friedrich Ebert Stiftung gibt Anlass zur Besorgnis. Rechtsextreme Einstellungen sind in der Mitte der Gesellschaft weit verbreitet. Grund genug für den VVN-Kreisverband Lübeck im Vorfeld der Nazidemonstration am 26.3.2011 in Lübeck über diese Problematik zu diskutieren.

Freitag, 21. Januar 2011, 19.00 Uhr

DGB – Haus, Lübeck Holstentorplatz 1-5, Raum 2014, 2. Stock

NeofaschistInnen sowie Mitglieder von NPD, DVU und Freien Kameradschaften sind von der Veranstaltung nach § 6 VersG. ausgeschlossen.

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Freitag, 21. Januar 2011, 19.00 Uhr DGB – Haus, Lübeck Holstentorplatz 1-5, Raum 2014, 2. Stock NeofaschistInnen sowie Mitglieder von NPD, DVU und Freien Kameradschaften sind von der Veranstaltung nach § 6 VersG. ausgeschlossen.

„Was macht die Welt, in der wir zu Hause sind?“

geschrieben von Thomas Repp (Mitteilung der Volkshochschule Harrislee)

15. Januar 2011

Anlässlich des Gedenktages der Opfer des Nationalsozialismus veranstaltet die VHS Harrislee in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Harrislee Bahnhof und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme am 24. Januar 2011 um 19.00 Uhr im Bürgerhaus Harrislee die szenische Lesung.

Während Lina Lüders in Hamburg lebt und ihr Sohn Axel sich als Soldat an der Ostfront befindet, ist ihn Ehemann Walther im KZ Neuengamme inhaftiert. Der Briefwechsel zwischen den Familienangehörigen ist eine präzise Aufzeichnung von drei Psychogrammen in den Jahren 1942-1945 sowie von drei sich zuspitzenden untenschiedlichen Perspektiven auf einen immer grausamer werdenden Krieg. Die Briefe führen vor Augen, wie Menschen, die in Opposition zum NS-Regime standem, das Leben ertragen und nie den Glauben an eine gemeinsarne Zukunft ohne Krieg, Hass und Gewalt aufgegeben haben.

Einführung und Kommentare: Herbert Dierks, Hamburg. Vortragende: Schülerinnen und SchüIer der Duborg-Skolen, Flensburg. Musikalischer Rahmem: Anne Wiemann, Hamburg.

Eine weitere Veranstaltung mit Kranzniederlegung findet am selben Tag um 11.30 Uhr am Mahnmal am Grenzübergang Harrislee/Padborg statt. Mehr Infos unter TERMINE oder im zweiten Anhang.

20110116_1_harrislee 24.1.2011_2.pdf (985 KB / 1 S.)

20110116_2_harrislee 24.1.2011_1.pdf (447 KB / 1 S.)

Zeit des Gedenkens

geschrieben von Thomas Repp (Mitteilung des Lübecker Flüchtlingsforums)

10. Januar 2011

Am Dienstag, den 18.1.2011 jährt sich zum 15. Mal der Tag des Brandanschlags auf das Flüchtlingsheim in der Lübecker Hafenstrasse. 10 Menschen starben, 38 Überlebende verloren Angehörige und Freunde und trugen teilweise schwere Verletzungen davon. Vom 17.1 bis zum 29.1.2011 finden in der Hansestadt deshalb mehrere Gedenk-Veranstaltungen statt. Nachfolgend drucken wir die Mitteilung des Lübecker Flüchtlingsforums wortgetreu ab.

Sehr geehrte Damen und Herren,Liebe Freunde und Freundinnen,

am Dienstag, den 18.1.2011 jährt sich zum 15. Mal der Tag des Brandanschlags auf das Flüchtlingsheim in der Hafenstrasse. 10 Menschen starben, 38 Überlebende verloren Angehörige und Freunde und trugen teilweise schwere Verletzungen davon.

Bis heute haben sie unter den physischen und psychischen Folgen dieser furchtbaren Ereignisse zu leiden. Wir möchten daher an diesem Tag der Opfer gedenken.

Um 14.00 Uhr wollen wir uns am Gedenkstein an der Ecke Hafenstraße/Konstinstr. treffen. Vertreterinnen der Hansestadt Lübeck und der Kirche werden anwesend sein.

Zu dieser Gedenkfeier laden wir Sie herzlich ein !

Mit weiteren Veranstaltungen wollen wir in der Woche an die Ereignisse von 1996 erinnern:

„Tot in Lübeck“ Film von Lottie Marsau und Katharina Geinitz Montag, 17. Januar 2011 18.00 Uhr Jugendzentrum Burgtor, Große Burgstrasse, Lübeck

„Flüchtlingsleben in Lübeck“ Diskussions- und Informationsveranstaltung mit Pastor Kai Gusek, Gemeindediakonie, Detlef Schlichting, Bereichsleiter des Bereiches Soziale Sicherung der Hansestadt Lübeck, Heike Behrens, Lübecker Flüchtlingsforum Mittwoch, den 26.Januar 2011 19.00 Uhr Veranstaltungssaal der Kirchenkanzlei Bäckerstr. 3-5, Lübeck

„Tour der tausend Brücken“ Der Liedermacher Heinz Ratz beginnt am 6. Januar 2011 in München die dritte Etappe eines „moralischen Triathlons“: 7.000 km will er mit dem Rad zurücklegen, 70 Konzerte in ebenso vielen Städten spielen. Sein wichtigstes Anliegen: gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen. Samstag, 29.Januar 2011 20.00 Uhr Jugendzentrum Burgtor, Große Burgstrasse, Lübeck

Über Ihr Interesse an diesen Veranstaltungen würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen Lübecker Flüchtlingsforum

Republikaner starten Offensive in Schleswig-Holstein

geschrieben von Thomas Repp

19. Dezember 2010

Seit 1986 besteht in Schleswig-Holstein ein Landesverband der Republikaner (REP). Nach anfänglich wachsenden Mitgliederzahlen ging es schnell bergab. Nun will sich die rechtsextreme Partei wehren und neue Mitglieder werben.

An der derzeitigen Bedeutungslosigkeit der Republikaner ist für den Landesvorsitzenden Dr. Jens-G. Steffen weder Ideologie noch Politik seiner Partei verantwortlich. Vielmehr hätten die „etablierten Parteien in der BRD eine langfristige Abwehrstrategie“ entwickelt „mit dem Ziel, REP für die Wahlbürger unsichtbar zu machen“. Ein neuer Begriff unterscheide nun zwischen demokratischen und anderen Parteien. Letztere würden vom Verfassungsschutz kontrolliert, die Mitglieder würden dadurch diskriminiert und sofern möglich, beruflich behindert. Doch obwohl die Republikaner gerichtlich dagegen vorgegangen seien, würden sie immer noch von den Medien ausgegrenzt. Sogar ihre Anzeigen dürften sie in vielen Zeitungen nicht platzieren, die Annahme bezahlter Anzeigen würde häufig verweigert.

Nun rufen die Republikaner „mutige Mitbürger in unserem Land, die für deutsche Interessen in die Parteien eintreten und dann auch standhaft bleiben“ auf in die Partei einzutreten. Die Politik der Partei ist geprägt von Nationalismus, rassistischer Hetze gegen MigrantInnen und dem Ruf nach einem starken deutschen Staat. In anderen Bundesländern traten die Republikaner gerne gemeinsam mit bekannten Nazis auf. Über solche und ähnliche Praktiken und über politische Ziele ließ der Landesvorsitzende nichts verlauten.

JN-Stützpunkt Kiel: NPD leistet intensive Jugendarbeit

geschrieben von Thomas Repp

13. Dezember 2010

Nach mehr als zehn Jahren versuchen die Jungen Nationaldemokraten in Schleswig-Holstein wieder Fuß zu fassen. In Kiel wurde nun der erste JN-Stützpunkt im nördlichsten Bundesland gegründet.

Die Jungen Nationaldemokraten (JN) sind die offizielle Jugendorganisation der NPD. Obwohl die Organisation bundesweit nur etwa 400 Mitglieder zählt, ist sie eine durchaus ernst zu nehmende Größe in der rechtsextremen Szene. gliedern sich in einen Bundesverband und einige Landesverbände. Der Vorsitzende der JN ist Kraft seines Amtes automatisch Vorstandsmitglied der NPD. Unter anderem waren der spätere NPD-Vorsitzende Günter Deckert und Holger Apfel, heute stellvertretender Parteivorsitzender und Chef der sächsischen Landtagsfraktion, früher Bundesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten und nutzten dies zum Sprungbrett in die Führungsetage der NPD. Die JN sind nicht in allen Bundesländern vertreten. Aktiv ist die Organisation vor allem im Süden und Osten Deutschlands. Schwerpunkt liegt in der Jugendarbeit durch „Formung und Schulung“ der Mitglieder zwischen 14 bis 35 Jahren.

Jugendarbeit ist auch oder gerade für Nazis wichtig. In Schleswig-Holstein war die NPD über viele Jahre damit völlig überfordert. Bestenfalls im Kreis der Kameradschaften konnte sich über Nachwuchs gefreut werden. Nun soll alles besser werden. Mitte Juli wurde in Kiel der erste JN-Stützpunkt eröffnet. Und die Chancen stehen gut, dass in absehbarer Zeit weitere folgen. Denn während bei den Erwachsenen seit Jahren immer die gleichen Gesichter als Nazis auffallen, gibt es für Bauernfänger jeglicher Art im Jugendbereich viel zu ernten. Generell leistet die NPD intensive Jugendarbeit. Sie gibt Nachhilfestunden, organisiert Feste und Freizeiten und besitzt eine eigene Fußballmannschaft. Zielsetzung der Partei und der JN ist es, über zunächst unpolitisch erscheinende Aktivitäten Jugendliche und Kinder an rechtsextremistisches Gedankengut heranzuführen. Unter Vorspiegelung einer jugendpflegerischen Tätigkeit betreibt sie eine gezielte Ideologisierung der Teilnehmer. Die abschreckende Wirkung, die von Neonazis früher wegen ihres martialischen Äußeren ausging, gibt es so gut wie nicht mehr. Sie passen sich äußerlich immer mehr anderen Gruppen an. Längst sind Rechtsextremisten nicht mehr an Glatze und Springerstiefel zu erkennen. Die Nazi-„Freunde“ sind vorzeigbar, sehen aus wie der nette Junge von nebenan. So geraten Jugendliche schnell in eine rechte Clique. Aus ihr können sich viele der jungen Menschen nur schwer – ohne Hilfe oft überhaupt nicht – lösen. Zudem lassen sich viele Menschen in und von der Gruppe leichter beeinflussen.

Mit Musik, Videoclips und Mitmachportalen versuchen Neo-Nazis zunehmend, im Internet gezielt Jugendliche anzuwerben. Trotz ständiger Gegenmaßnahmen habe es 2007 so viele rechtsextreme Webseiten gegeben wie nie zuvor, sagte der Projektleiter der länderübergreifenden Organisation jugenschutz.net, Stefan Glaser, bei der Vorstellung des Berichts „Rechtsextremismus im Internet“ in Berlin. Insgesamt seien mehr als 1600 rechtsextreme Webseiten entdeckt worden. Die „Kameradschafts“-Szene und die NPD hatten demnach 30 Prozent mehr Netzauftritte als noch 2006. Ganz bewusst würden dabei immer mehr „jugendaffine Lockangebote“ wie Videos als Handy-Version eingesetzt und beliebte Web-2.0-Angebote wie YouTube oder SchülerVZ genutzt.

Auch die Internetangebote haben sich zusehends gewandelt. Charakteristisch ist für viele Szene-Websites inzwischen die Gestaltung im Web-2.0-Stil. Kurze Info-Texte, moderne optische Gestaltung, Videoclips zum Herunterladen und eine unkomplizierte Kontaktaufnahme gehörten hierzu. Zudem sind viele rechtsextreme Seiten nicht mehr auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Anstelle der früher obligatorischen Nazi-Logos bedienen sich die Betreiber Symbolen aus anderen Jugendszenen wie Graffiti.

Mit professionell gemachten Videos, die gezielt bei YouTube eingestellt werden und Links, die bei Social Communities wie SchülerVZ oder MySpace auf rechtsextreme Webseiten verweisen, verbuchen Neonazis unerhoffte Erfolge. So hat jugendschutz.net im vergangenen Jahr auf YouTube fast 700 Videos mit rechtsextremen Inhalten dokumentiert. Damit würden die Jugendlichen direkt angesprochen. Aber auch der Bekanntheitsgrad der Webseiten steigt durch die Verlinkungen enorm an. Bei einer der beobachteten „Kameradschafts“-Seiten sei die Besucherzahl nach der Platzierung bei SchülerVZ binnen eines Monats von tausend auf 6000 hochgeschossen.

Doch bei den Nazis zählen nicht nur imaginäre Freunde im Internet sondern auch echte Freunde aus dem tatsächlichen Leben. Das Wort Kameradschaft wird bei ihnen groß geschrieben. So übernehmen Neo-Nazis mittlerweile Angebote aus der klassischen Jugendarbeit. Auch im Internet, aber halt auch vor Ort in den Dörfern und Gemeinden. Beispielsweise wird den Jugendlichen Nachhilfe oder Begleitung zum Berufsberater oder zum Arbeitsamt angeboten. Praktisch ist es dann, wenn die JN Stützpunkte in der Nähe haben. Bei der Gründung des Stützpunktes in Kiel waren 60 Interessenten anwesend, der überwiegende Teil waren sehr junge Menschen. Wenn nur ein Drittel bei der Stange bleibt ist das bedenklich, wenn man bedenkt, dass die JN bundesweit nur etwa 400 Mitglieder hat. Die JN bekennen sich zur rechtsextremen Ideologie und zum Grundsatzprogramm der NPD, vertreten diese Standpunkte aber wesentlich aggressiver, was sich sowohl während Demonstrationen als auch im politischen Stil zeigt. Ihre regelmäßig erscheinende Publikation heißt „Der Aktivist“. In diesem Zentralorgan bezeichnen sie sich unter der Überschrift „Der Bundesführer hat das Wort“ als „Vertreter des natio­nalrevolutionären Flügels innerhalb der NPD“. Die Jugendorganisation kritisiert dieje­nigen in der NPD, die den „Kampf um die Parlamente“ zum „wichtigsten Kampfziel“ gemacht hätten. Stattdessen sei „Wider­stand und Kritik angebracht, da in diesen Entwicklungen die Gefahr der schrittweisen Anpassung und Verbürgerlichung“ bestehe.

Wie intensiv die Neonazis Jugendarbeit in Schleswig-Holstein weiter betreiben können, wird einerseits von der Landesregierung abhängen und zum anderen vom den Angeboten und dem Engagement von Gruppen, denen es wirklich um das Wohl der jungen Menschen geht.

Verhindern wir am 13.Februar 2011 wieder gemeinsam den Neonaziaufmarsch in Dresden!

geschrieben von Bundesausschuss der VVN-BdA

9. Dezember 2010

Erneut planen Neonazis aus ganz Deutschland und Europa im Februar 2011 zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens aufzumarschieren.

Seit Jahren versuchen die Neonazis, die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Wir werden nicht zu¬lassen, dass Neonazis die Geschichte verfälschen und die Opfer des Naziregimes verhöhnen. Wir wenden uns gegen jede Leugnung und Relativierung deutscher Verantwortung für Vernichtungskrieg und Holocaust.

Neonaziaufmärsche sind kein Mittel demokratischer Meinungsäußerung, sondern Aufrufe zu rassistischer Gewalt und Ausgrenzung. Sie sind eine Beleidigung aller überlebenden Opfer des Naziregimes und aller Opfer neonazistischer Gewalt.

Vergessen wir nicht die 140 Todesopfer durch Neonazigewalt seit 1990. Vergessen wir nicht den brutalen Neonazi-Überfall auf Gewerkschafter nach den antifaschistischen Protesten in Dresden im Jahr 2009. Allein im September 2010 gab es nach Angaben der Bundesregierung 40 Verletzte durch rechte Schläger, im August wurden 1.082 rechte Straftaten gezählt. Im dritten Quartal 2010 kam es zu 200 antisemitischen Straftaten. Das ist ihr „Kampf um die Straße“, die wir den Neonazis auch am 13.Februar* in Dresden nicht überlassen werden.

Naziaufmärsche blockieren ist unser Recht!

2010 ist es vielen tausend Menschen gemeinsam erstmalig gelungen, Europas größten Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Wir wünschen uns, dass auch 2011 wieder so viele Menschen unterschiedlicher sozialer und politischer Herkunft zu einer gemeinsamen Aktion zivilen Ungehorsams zusammen finden. Gerade die Entschlossenheit tausender Menschen, sich den Neonazis direkt in den Weg zu stellen, ließ die Blockaden 2010 zu einem überwältigenden Erfolg werden. Alle Versuche, Proteste gegen Neonazis als „extremistisch“ zu diffamieren, sind fehlgeschlagen.

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich den Neonazis in Dresden entschlossen entgegen zu stellen. Beteiligen Sie sich an den Protestkundgebungen an der Aufmarschstrecke der NeoNeonazis.

Wir erklären: Wenn Neonazis marschieren, werden wir dagegen protestieren! Wenn notwendig, auch mit einer Blockade!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Aktuelle Informationen zu lokalen Informationsveranstaltungen und Bussen gibt es unter: www.dresden-nazifrei.com

Nazis: Weil der „Alte Fritz“ an diesem Tag starb

geschrieben von Thomas Repp

18. August 2010

Nazis wollen am 21. August in Neumünster demonstrieren und Rudolf Heß gedenken. Als Vorwand berufen sie sich auf den Todestag von Friedrich dem Großen (17.8. 1786).

Für Samstag, 21.8.2010 kündigen schleswig-holsteinische Neonazis aus NPD und sogenannten „Freien Kräften“ in Neumünster eine Demonstration im vermeintlichen Gedenken an den Preußenkönig Friedrich der Große an, dessen Todestag der 17.8.1786 ist. An diesem Tag ist aber auch der Hitler-Stellvertreter und Kriegsverbrecher Rudolf Hess gestorben.

Es ist zuweilen schon hanebüchen, mit welchen Begründungen Nazis auf die Straße gehen. Diesmal hat es den „Alten Fritz“ erwischt. König Friedrich II. von Preußen, auch Friedrich der Große oder der „Alte Fritz“ genannt gilt als ein Repräsentant des aufgeklärten Absolutismus. In dieser Form des Absolutismus wurde der Fürst nicht mehr als von Gott eingesetzter Herrscher und über jedem Gesetz stehender Souverän verstanden (Gottesgnadentum), sondern als oberster Repräsentant einer vernünftigen Staatsordnung, dessen Verpflichtung es ist, dem Allgemeinwohl zu dienen. So bezeichnete sich Friedrich II. selbst als „ersten Diener des Staates“.

Vor diesem Hintergrund ist es schon beinahe lächerlich, wenn Rechtsextreme den Todestag des „Alten Fritz“ als Vorwand nutzen, um Rudolf Hess zu gedenken. Denn an Preußens Glanz und Gloria kommen Nazis von heute weiß Gott nicht heran.

Aber es ist eben doch nicht lächerlich, wenn Nazis ungehindert marschieren dürfen. Zumal der Gedenkmarsch für Rudolf Hess seit langem eine Art Kultstatus in der rechten Szene hat. Schon seit den 1990ern organisiert diese regelmäßig geschichtsrevisionistische und den Nationalsozialismus verherrlichende sogenannte „Gedenkmärsche“ für die verstorbene Nazi-Größe in der Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland durch. Die erreichten im Jahre 2004 ihren Höhepunkt, als sich ca. 5000 Nazis aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern zentral im süddeutschen Wunsiedel zusammenrotteten, wo Hess begraben liegt. Nazidemo in Hamburg

So schlimm wie am 1. Mai 2008 in Hamburg soll es nicht werden – Widerstand Seitdem der zentrale Aufmarsch in Wunsiedel nach zunehmenden antifaschistischen Protesten (wieder) aufgrund seiner offenen Glorifizierung des Nationalsozialismus verboten wurde, finden seit 2005 immer wieder „spontane“ Nazi-Demonstration auch in Norddeutschland rund um den 17. August statt. 2008 kam es z.B. zu einem kurzen „Fackelmarsch“ von knapp 40 Neonazis in der Kieler Innenstadt, im vergangenen Jahr wiederholte sich ein ähnliches Szenario in Kaltenkirchen. Dieses Jahr hat sich die schleswig-holsteinische Naziszene offenbar auf die Strategie einer Vorwand-Demo verständigt, um offen zu ihrem Hess-Gedenken mobilisieren zu können.

Dies wiederum birgt die Gefahr, dass wesentlich mehr Rechtsextremisten an der Demonstration teilnehmen, als in den vergangenen Jahren. Bislang bewerben sowohl der Landesverband der NPD, als auch ein aus dem Kreis der neonazistischen „Aktionsgruppen“ betriebenes Internetprojekt die Demonstration.

Die Nazis wollen am Samstag den 21.8. um 11 Uhr am Bahnhof in Neumünster aufmarschieren. Antifaschistische Gruppen rufen zum Widerstand auf und bitten um Mobilisierung. „Wir werden diesem geschichtsrevisionistischen und NS-verherrlichenden Aufmarsch nicht tatenlos zuschauen“, erklärt die „Autonome Antifa-Koordination Kiel“.

Weitere Informationen:

Mobilisierung der Gegendemonstranten: http://bit.ly/aq9veN

Neumünster hat ein Problem mit Rechtsradikalen: http://bit.ly/c9ZoVX

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